Nationalpark Eifel

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Mit Ranger Sascha unterwegs - Spurendetektive aufgepasst

Nicht alle Tiere können ihre Energie so extrem auf Sparflamme stellen wie zum Beispiel Fledermaus oder Eichhörnchen. Sie sind also jeden Tag, beziehungsweise jede Nacht, auf Nahrungssuche. Auch die Waldbewohner, die eine Winterruhe halten, müssen ab und zu ihren leeren Magen wieder füllen. Jetzt, wo wir die Spuren dieser Tiere so gut sehen können, ist es alles andere als langweilig, einen Spaziergang zu unternehmen. Ihr könnt die Spuren verschiedener Arten unterscheiden und wahre Geschichten daraus lesen...

Es gibt einige Spuren, die sich sehr ähnlich sehen. Hier ein paar Hinweise wie ihr sie unterscheiden könnt.

Reh, Rothirsch und Wildschwein zählen zu den Paarhufern. Paarhufer sind Tiere mit gerader Zehenanzahl, alle drei haben vier Zehen. Die beiden mittleren Zehen befinden sich am Ende der Beine und auf ihnen gehen / laufen die Tiere. Sie bilden zwei schalenartige, verhornte Enden, deshalb werden sie auch vom Jäger als Schalenwild bezeichnet. Die hinteren Zehen sitzen bei den genannten Waldbewohnern etwas höher, hinten an den Beinen. Diese Zehen werden auch Geäft, Afterzehen oder Afterklauen genannt. Klauen ist auch der eigentlich richtige Begriff. Weil es korrekterweise Klauen und nicht Zehen oder Hufe sind.

Durch die kurzen Beine beim Wildschwein sitzen die Afterklauen relativ weit unten an den Beinen. Deshalb können wir bei einer Wildschweinspur die halbmondförmigen Abdrücke der Afterklauen fast immer deutlich erkennen.

Bei Reh und Rothirsch sitzen diese hinteren Zehen ein ganzes Stück höher. Meist sind die hinteren Zehen gar nicht als Abdruck zu sehen. In höherem Schnee jedoch könnt ihr die Afterklauen, circa fünf Zentimeter über den Vorderklauen, gut erkennen. Sie drücken sich kreisrund und nicht, wie beim Wildschwein, halbmondförmig ab.

So können wir also die Wildschweinspuren von den Reh- und Rothirschspuren unterscheiden. Auch der Abstand der Abdrücke verrät die Tierart. Durch die kurzen Beine des Wildschweins sind die Abdrücke der einzelnen Beine viel dichter beisammen als in den Spuren, die Reh und Rothirsch hinterlassen.

Die Abdrücke von Reh und Hirsch lassen sich gut anhand der Größe unterscheiden. Selbst junges Rotwild lebt schon auf größerem Fuß als die kleineren Waldmitbewohner, die Rehe. Die Rehe haben auch eher eine länglich herzförmige und das Rotwild eine oval eiförmige Klauenspur.

Die Spuren der Waldbewohner sagen auch etwas darüber aus, ob sie es eilig hatten oder eher gemächlich unterwegs waren. Sind die Tiere gelaufen oder sogar geflüchtet, sind die Abdrücke viel weiter auseinander. Hirsche können locker Riesensätze von mehr als fünf Metern machen! Dabei sind dann auch die Vorderzehen gespreizt. In Gruppen laufen ungestörte Tiere bei Schneelage gerne hintereinander, um Energie zu sparen. Dagegen laufen sie bei der Flucht meist auch parallel zu einander, was sich im Schnee gut beobachten lässt.

Natürlich gibt es gerade jetzt im verschneiten Winter für Spurendetektive noch viele weitere Spuren zu entdecken. Mäuse, Vögel, Eichhörnchen, Fuchs, Wildkatze, Dachs und so weiter hinterlassen ihre Spuren und Geschichten im Schnee. Wollt Ihr mehr dazu erfahren? Dann besucht doch eine der Rangerführungen, die auch jetzt im Winter regelmäßig stattfinden. Termine findet Ihr hier. Speziell zu diesem Thema gibt es diesen Monat sogar eine Sonderführung. Sie findet am 27. Februar um 13.00 Uhr vom Parkplatz Wahlerscheid aus statt.

Und bitte nicht vergessen: Im Winter sind die Tiere besonders störungsempfindlich. All diese Dinge könnt Ihr auch erleben, wenn Ihr auf den Wegen bleibt! Die Waldbewohner werden es Euch danken.

Noch viel Spaß mit dem herrlichen Winter, der dieses Jahr auch mal wieder einer ist,

wünscht Euch Euer
Ranger Sascha Wilden!

 
 
 



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