Nationalpark Eifel

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Was blüht denn da so gelb?

Mai 2010. Gemeint ist mit dieser Frage ausnahmsweise nicht die Gelbe Wildnarzisse. Diesem Frühlings-Höhepunkt des Nationalparks, dem ganze Feste gewidmet werden, möchte ich heute nicht meine Aufmerksamkeit schenken. Die Farbe Gelb scheint jedoch der Natur zur Frühlingszeit besonders zu gefallen. An den verschiedensten Stellen leuchten uns die strahlend gelben Frühlingsboten entgegen. Ich möchte Euch diesmal einige davon vorstellen.

Eine der allerersten Blütenpflanzen im Jahr ist der Huflattich. Wenn gerade erst der letzte Schnee weggetaut ist, streckt sich der Stängel des unscheinbaren Plätzchens der Sonne entgegen. Die Blüte wird oft mit der des Löwenzahns verwechselt. Wer genau hinschaut bemerkt jedoch dass der Pflanze noch die Blätter fehlen. Diese kommen erst nach der Blüte später im Jahr. Sie haben eine hufartige Form, daher kommt der Name. Den Huflattich finden wir sehr häufig entlang des Wegrandes.

Der Huflattich ist eine Heilpflanze. Seine Blätter wirken, als Tee zubereitet, gegen Hustenreiz. Jedoch sind in der Pflanze auch Giftstoffe vorhanden. Es ist von einer dauerhaften Einnahme abzuraten.

Als zweites darf ich Euch das Scharbockskraut vorstellen. Scharbock ist ein anderer Name für Skorbut, eine Vitamin-Mangelerkrankung. An ihr erkrankten die Menschen in den vergangenen Jahrhunderten, besonders die Seefahrer. Scharbockskraut enthält besonders viel Vitamin C. Früher wurde das Blatt als Salat gegessen, um der Krankheit entgegen zu wirken.

Aber auch hier ist zu sagen, dass die Pflanze Giftstoffe enthält, die Menschen unterschiedlich vertragen. Besonders hoch ist der Anteil des Giftstoffes Protoanemonin während der Blüte.

Das Scharbockskraut kommt häufig an feuchten, schattigen Stellen vor. Es kann aber auch vereinzelt im Rasen vorkommen. Es zählt zu den Hahnenfußgewächsen.

Genau wie die dritte Pflanze der gelbblühenden Frühjahrsblumen, die ich Euch näher bringen möchte: die Sumpfdotterblume. Diese Blume wächst in nassen Bereichen, zum Beispiel direkt am Bach. Alle Hahnenfußgewächse sind giftig oder giftverdächtig. Der Sumpfdotterblume werden jedoch keine Wirkungen nachgesagt, die die menschliche Gesundheit beeinflussen.

Die Samen der Sumpfdotterblume sind durch kleine Luftkammern schwimmfähig. Die Pflanze hat sich damit perfekt an ihren Lebensraum angepasst und kann sich so besonders gut entlang der Gewässer ausbreiten.

Auch andere gelb blühende Pflanzen springen uns jetzt bald wieder ins Auge. Weitere Hahnenfußgewächse, die auch gerne als Butterblumen bezeichnet werden, oder der Löwenzahn. Die Farbe Gelb lockt besonders viele Bestäuber an. Aber auch für uns Menschen sind die auffälligen Farbtupfer ein besonderer Hingucker. Auch abseits der Narzissenwiesen.

Ich wünsche Euch noch viel Spaß beim (neu-)entdecken der jetzt aufblühenden Frühlingsnatur!

Bis bald, Euer Ranger Sascha Wilden.

P.S.: Der nächste gelb blühende Höhepunkt im Nationalpark wird der Ginster sein. Dazu gibt es verschiedene Termine für kostenlose Führungen mit Experten:

 
 
 



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