Nationalpark Eifel

Zurück zur Textnavigation

 

Ein Notruf aus dem Nationalpark Eifel? Kein Problem!

Ranger Saschas neuer Brief ist ein "Wegweiser" zur Beschilderung im Nationalpark

Mai 2011. Das anhaltende warme Wetter lockt wieder mehr Wanderer in die Natur des Nationalparks. Wenn ich dann unterwegs bin, um den Besuchern Rede und Antwort zu stehen, kommt es nicht selten vor, dass sie Fragen zur Beschilderung im Nationalpark stellen. Ist da jemand an unseren großen Eingangsschildern vorbei gewandert, ohne einen Blick darauf zu werfen? Hmm...in der Euphorie, die Natur nach einer mitunter langen Anreise endlich erleben zu können und loszumarschieren, übersehen einige gerne die Erklärungen auf den Schildern. Doch steht auf diesen auch nicht alles, was es zu erklären gibt. Deshalb möchte ich euch heute die Beschilderung im Nationalpark Eifel etwas näher erklären.

An jedem Weg, der laut Wegeplan in den Nationalpark führt, befinden sich die Nationalpark-Eingangsschilder. Diese erklären, was Nationalpark überhaupt bedeutet und wie sich die Besucherinnen und Besucher im Nationalpark verhalten sollen. Zusätzlich finden wir auf den 2,50 Meter mal 2,50 Meter großen Holzschildern einen vergrößerten Kartenausschnitt der jeweiligen näheren Umgebung. Etwas kleiner gibt es eine Übersicht über den ganzen Nationalpark Eifel. Aus dieser Übersichtskarte geht hervor, wo die Wanderwege im Nationalpark verlaufen und welche zusätzlich als Rad- oder Reitwege nutzbar sind.

Die Wanderwege der Dreiborner Hochfläche sind mit roten Pfählen gekennzeichnet. Das war notwendig, als die belgischen Soldaten Ende 2005 den damaligen Truppenübungsplatz verlassen haben. Denn es sollte nicht jede beliebige Panzerspur von den Besuchern genutzt werden, sondern nur die ausgewiesenen Wanderwege. Diese Pfähle bleiben auch weiterhin an den Wegen der Offenlandflächen bestehen.

Pfähle mit blauer Markierung zeigen den Reitern, auf welchen Wegen sie mit ihren Pferden reiten dürfen. Es ist geplant, wenigstens stellenweise, parallel zu den Wanderwegen sogenannte Reitpfade anzulegen. Diese sollen dann dem Zweck dienen, die Wanderwege vor den beschlagenen Hufen der Pferde zu schützen.

Radwege im Nationalpark Eifel sind auf den Wegweisern an Wegkreuzungen mit einem roten Fahrrad gekennzeichnet. Hier noch zusätzlich der Hinweis, dass Pfade grundsätzlich KEINE Radwege sind. Radwege sind nur feste Wege, die auch breit genug sind, dass sich Besucher mit und ohne Fahrrad gefahrlos begegnen können. Aber im Nationalpark Eifel solltet ihr bitte sowieso nur die als Radweg gekennzeichneten Wege mit dem Rad benutzen!

Über 500 Wegweiser im Nationalpark Eifel weisen dem Naturliebhaber die Wege in die verschiedenen Richtungen. Damit dies nicht zu unübersichtlich wird, hat man nie mehr als höchstens vier Ziele und deren Entfernung auf den Orientierungshilfen berücksichtigt. Grundsätzlich empfiehlt es sich, zusätzlich ein Exemplar der offiziellen Nationalpark-Wanderkarte zu kaufen. Besonders wenn der geübte Wanderer längere Strecken am Tag zurücklegt, kann er sich mit dieser Karte über die verschiedenen Orte auf der Beschilderung zu seinem letztendlichen Ziel hangeln. Außerdem gibt die offizielle Nationalpark-Wanderkarte auf ihrer Rückseite einen hervorragenden Überblick über alles, was man zum Nationalpark wissen sollte.

Auf den Schildern sind jedoch noch mehr Zeichen zu sehen. Vielleicht hat sich der Eine oder Andere von euch schon einmal gefragt, was diese kleinen Wegweiser mit verschieden, eingekreisten Zahlen bedeuten? Dabei handelt es sich um untere ThemenTouren, die ihr in den Nationalpark-Wanderbüchern wiederfinden könnt. Insgesamt zehn längere und zwölf kürzere Rundwandertouren durch den Nationalpark sind in zwei Büchern vorgestellt. Zu jeder Tour beschreiben die Bücher Themen, die man mit etwas Glück, je nach Jahreszeit, erleben oder nachvollziehen kann. Von den längeren Touren haben wir fünf im Gelände ausgeschildert. Neugierig geworden? Dann schaut doch einfach mal hier weiter...

Ein weiteres Symbol, das auf den Schildern zu sehen ist, ist der Wildkatzenkopf. Dieser beschreibt die Strecke des Wildnis-Trails. Das ist eine 85 Kilometer lange Wanderstrecke, bei der man in vier Tagesetappen den Nationalpark von seiner südlichen Grenze bis zur Nordspitze durchquert und seine gesamte landschaftliche Vielfalt kennen lernen kann. Auch hierzu gibt es ein Buch, das ähnlich wie das ThemenTourenbuch aufgebaut ist. Die komplette Tour ist außerdem in vielen verschiedenen Varianten als Arrangement buchbar. Was es damit weiter auf sich hat, könnt ihr gerne hier lesen...

Der Eifelverein darf als Einziger seine Beschilderungen an den Pfosten der Wegweiser des Nationalparks anbringen. Die weißen Schilder markieren Rund- und Fernwanderwege des Eifelvereins im und durch das Schutzgebiet.

Ein sehr wichtiger Teil der Beschilderung sind die Notrufschilder. Diese hat die Nationalparkverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz und den zuständigen drei Leitstellen der Kreise Euskirchen, Aachen und Düren letztes Jahr erstellt und angebracht. Die gelben, rotumrandeten viereckigen Schilder dienen dazu, dass die Rettungskette in einem Notfall funktioniert. Alle 500 Wegweiser sind mit fortlaufenden Standortnummern versehen. Die jeweilige Standortnummer ist auf dem Schild zu lesen. Bei einem Notfall ist diese an die Leitstelle, die unter der üblichen Notrufnummer 112 zu erreichen ist, weiterzugeben. Am besten mit dem Hinweis dass man sich im Nationalpark Eifel befindet. Anhand dieser Nummer kann die Leitstelle dann alles Weitere veranlassen und Hilfe punktgenau zu der Stelle schicken. Die Schilder sind nämlich mit den jeweiligen Koordinaten festgelegt und den Leitstellen bekannt. Übrigens wählt sich ein Handy bei einem Notruf immer in ein vorhandenes Netz ein. Wenn euer Mobiltelefon kein Netz zeigt, solltet ihr trotzdem versuchen, einen Notruf abzusetzen. 

Wie ihr seht, ist die Beschilderung des Nationalparks Eifel doch recht übersichtlich. Es wäre schön, wenn ich die eine oder andere Frage, was die Beschilderung betrifft, beantworten konnte. Natürlich hoffe ich, dass die Notrufschilder erst gar nicht gebraucht werden.

Bis bald, euer Ranger Sascha Wilden

Zu den gesammelten Werken von Ranger Sascha 

 
 
 



nach oben

Zurück zur Textnavigation

Zur grafischen Startseite