Nationalpark Eifel

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Gelbes Blütenmeer - Ranger Sascha zur Wildnarzisse in der Eifel

April 2013. Es ist wieder soweit, in einigen Bereichen ist die Blüte der Gelben Wildnarzisse in vollem Gange. Aufgrund des langen Winters ist an einigen Stellen, wie zum Beispiel im Fuhrtsbachtal und im Wüstebachtal, erst im letzten Aprilwochenende mit einer Vollblüte zu rechnen. Die Pflanzen werden auch Osterglocken genannt. Aber die diesjährige Variante, frühes Ostern in Kombination mit langem Winter, hat uns keine Blüte an Ostern beschert.

Die gelbe Wildnarzisse gehört zur Pflanzenfamilie der Amaryllis. Das ist eine sehr große Pflanzenfamilie. Die meisten davon sind allerdings Kulturformen. Das heißt, so wir sie heute kennen, sind sie vom Menschen gezüchtet worden. Die Narzisse war, wie man daraus schließen kann, schon immer etwas Besonderes für den Menschen. Kein Wunder, ist sie doch in unseren Regionen ein Frühlingsbote, der uns häufig nach dem Winter zu ersten Ausflügen in die Natur lockt.

Die Wildnarzisse ist im Gegensatz zu ihren gezüchteten Verwandten etwas kleiner. Die Blütezeit variiert, je nach dem wie lang sich der Winter zieht, zwischen Ende März und Anfang Mai.

So häufig und artenreich wir diese Blume für unsere Gärten, Parks und Blumenbeete gezüchtet haben, so selten kommt die Wildnarzisse mittlerweile in der Natur vor. Von unserer heimischen Art gibt es in Deutschland nur noch zwei Stellen, an denen die gelbe Wildnarzisse besonders zahlreich vorkommt. Diese befinden sich in der Nordeifel, zum Teil im Nationalpark Eifel, und im Hunsrück.

Die Narzissen bevorzugen sonnige und halbschattige Standorte. In den Tallagen von Perl-, Fuhrts-und Wüstebach blühen zurzeit hunderttausende dieser seltenen Pflanzen. Die sehr giftige Blume vermehrt sich durch Samen, die gerne von Ameisen verschleppt werden und durch Zwiebelteilung. Aus diesem Grund sieht man die Narzissen auch häufig in kleinen Gruppen auf der Wiese stehen.

In den Bachtälern war die Narzisse lange Zeit verschwunden. Der Mensch hatte die Wiesen mit Fichten bepflanzt, die sich zu dunklen Wäldern entwickelten. Die Zwiebeln der Pflanzen schlummerten jedoch im Boden und die Pflanze kam wieder zum Vorschein als die Fichten entfernt wurden. Um die Narzissenvorkommen auf lange Sicht zu erhalten, müssen die Wiesen einmal im Jahr gemäht werden. Das Mähgut wird entfernt. Ansonsten würde die Narzisse durch aufwachsende Gräser, Sträucher und Bäume wieder verdrängt. Von dieser Mahd profitieren auch andere selten gewordene Kräuter, die auf den Wiesen, den sogenannten Magertriften, im Sommer wachsen und blühen. Zum Beispiel Bärwurz, Schlangenknöterich oder das gefleckte Knabenkraut, eine Orchideenart.

Wer die Narzissentäler besucht, kann oberhalb der Wiesen sogenannte Flüxgräben erkennen. In diese Gräben wurden früher, als die Wiesen noch als Weideflächen genutzt wurden, Wasser aus den Bächen abgeleitet. Mit dem Wasser wurden die Wiesen mit zusätzlichen Nähstoffen versorgt. Zusätzlich konnte so auch der Schnee auf den Flächen etwas früher abgeschmolzen und die Wiesen eher genutzt werden.

Besonders gut kann man einen Flüxgraben im Fuhrtsbachtal vom Weg aus erkennen. In diesem Bereich wird dieser Graben regelmäßig von Rangern gepflegt und offen gehalten.

Die Wege dürfen übrigens auch zur Narzissenblüte nicht verlassen werden. Dies gilt auch für die Bereiche außerhalb des Nationalparks.

Wenn ihr mehr über die Gelbe Wildnarzisse wissen möchtet, dann kann ich Euch einen Besuch im Nationalpark-Tor Höfen empfehlen. Dort bezieht sich ein Teil der Ausstellung auf das Naturschauspiel der Narzissenwiesen und im Filmraum läuft ein eigener Film zur Narzisse. Es finden auch zahlreiche Führungen zu den Narzissenwiesen statt. So auch am Samstag, den 27.04., um 11:00 Uhr vom Parkplatz Wahlerscheid aus. Auch der wöchentlich stattfindende Rangertreffpunkt Wahlerscheid geht von diesem Parkplatz aus los. Immer dienstags 14:00 Uhr. Teilnahme ohne Anmeldung und kostenfrei! Mehr dazu könnt ihr hier erfahren. Einen Kurzfilm zur Narzisse ist hier zu sehen.

Bis bald, Euer Ranger Sascha Wilden

Zu den gesammelten Werken von Ranger Sascha 

 
 
 



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