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Wie wird man eigentlich RangerIn?

März 2009. Dies ist eine der am häufigsten gestellten Fragen bei den Rangerführungen. Prompt war die Frage nach meinem Berufsbild auch das erste Thema meiner kürzlich eingerichteten Ranger-E-Mail-Adresse. Zeit also, wie ich finde, einmal einen Bericht dieser Frage zu widmen...

Gleich zu Beginn möchte ich Euch über die korrekte deutsche Bezeichnung des Rangers bzw. der Rangerin aufklären, die da lautet geprüfte/r Natur- und LandschaftspflegerIn oder GroßschutzgebietsbetreuerIn. Doch kaum ein Gast kann mit diesen Begriffen etwas anfangen. Deshalb hat sich die Verwaltung des Nationalparks Eifel dazu entschlossen, auch offiziell den Begriff RangerIn zu verwenden. Dieser kommt aus dem Amerikanischen vom Wort „range", was soviel heißt wie Gebiet und auf das Schutzgebiet hinweist, welches die RangerInnen betreuen.

Das Interesse der Nationalparkbesucher ist nach wie vor sehr groß, was die RangerInnen des Nationalparks Eifel betrifft. Unsere Führungen sind immer gut besucht, und auch unterwegs, auf der Nationalparkfläche, werden wir RangerInnen sehr oft angesprochen. Mal ist es ein Foto, das die Besucher mit einem der Großschutzgebietsbetreuer machen wollen, oft aber auch die Frage nach dem Werdegang zu eben diesem.

Unser Beruf ist kein direkter Ausbildungsberuf. Vielmehr ist die Ausbildung eine anerkannte Weiterbildungsmöglichkeit. Voraussetzung für diese ist, dass man einen „grünen Beruf" bereits erfolgreich erlernt hat. Dies kann eine Ausbildung als GärtnerIn, Garten- und LandschaftsbauerIn, SchäferIn, LandwirtIn und so weiter sein. Bei den RangernInnen des Nationalparks Eifel ist es der Gesellenbrief des Forstwirtes, der zur Möglichkeit dieser Weiterbildung verhilft. Mindestens drei Jahre Berufserfahrung sind außerdem mit zu bringen! Wer sich also heute entschließt RangerIn zu werden, muss, ohne entsprechende Ausbildung, wenn diese dann auch drei Jahre in Anspruch nimmt, erstmal sechs Jahre Zeit investieren.

Der entsprechende Lehrgang dauert dann 18 Wochen oder 640 Schulungsstunden. Die einzelnen Unterrichtsgebiete sind folgende:

  • Grundlagen des Naturschutzes und der Landschaftspflege
  • Informationstätigkeit und Besucherbetreuung
  • Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege
  • Wirtschaft, Recht und Soziales

Angeboten werden die Fortbildungslehrgänge und Prüfungen von der Landwirtschaftskammer in Zusammenarbeit mit der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW ( NUA). Bei einer Mindestteilnehmerzahl von 15 Personen findet einmal im Jahr ein Fortbildungskursus statt. Dieser ist in zwei Teile mit jeweiligen Prüfungen aufgeteilt.

Noch genauere Information zu diesem Thema gibt es hier.

Leider ist es zur Zeit so, dass die Chancen sehr schlecht stehen, im Nationalpark Eifel als RangerIn unterzukommen. Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW, dem der Nationalpark Eifel angehört, schreibt keine neuen Stellen aus.

Wer trotzdem RangerIn werden möchte, kann sein Erlerntes aber gewerblich in der freien Wirtschaft zur Geltung bringen. Meist sind dann die gelernten praktischen Maßnahmen gefragt. Schließlich gibt es viele Lebensräume geschützter Tier- und Pflanzenarten, die ohne die Pflege des Menschen nicht lange Bestand hätten.

Wer jetzt noch Fragen hat darf diese natürlich weiterhin auch Live an einen RangerIn stellen. Mit etwas Glück trefft Ihr diese auf der Nationalparkfläche. Wer es nicht dem Zufall überlassen möchte trifft garantiert einen geprüften Natur- und LandschaftspflegerIn bei einer der angebotenen Rangerführungen ;-)

Bis bald, Euer Ranger Sascha Wilden

 

Neu! Hier Euer direkter Draht zum Ranger:

 
 
 



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