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Nationalpark Eifel ist erster "International Dark Sky Park" in Deutschland

Region strebt Anerkennung als Sternenreservat an

Schleiden-Gemünd, 17. Februar 2014. Es gibt nur noch wenige Orte, wo die Sterne in der Nacht derart funkeln, dass Betrachter dieses Naturschauspiel nahezu ungetrübt erleben können. Die Fläche des Nationalparks Eifel gehört dazu. Zehn Jahre nach seiner Gründung erhält das Großschutzgebiet die Anerkennung als Sternenpark. Dr. Andreas Hänel von der International Dark-Sky Association (IDA) überreichte heute in Vogelsang Michael Lammertz von der Nationalparkverwaltung Eifel die Urkunde. Das Engagement für einen Schutz des Nachthimmels im Nationalpark und seiner Region wird maßgeblich unterstützt durch vogelsang ip, den Kreis Euskirchen, die Städte Heimbach und Schleiden, den Deutsch-Belgischen Naturpark Hohes Venn-Eifel, die Leader Region Eifel sowie das Nationalparkforstamt Eifel im Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Gemeinsam wurde der Erfolg im Kulturkino vogelsang ip gefeiert.

„Die Auszeichnung unterstreicht, dass das Naturerlebnis Nationalpark Eifel mit seiner einzigartigen Natur und vielfältigen Angeboten für Naturliebhaber nicht nur am Tag, sondern auch in der Nacht interessant ist“, freut sich Michael Lammertz über das weitere Schutzgebiet im Jubiläumsjahr des Nationalparks. Vor allem aber sieht er in der reduzierten Lichtverschmutzung eine große Bedeutung für den Artenschutz, etwa für Fledermäuse und Zugvögel.

Seit 2010 bereitet der Astronom Harald Bardenhagen die Realisierung eines Schutzgebietes für den Sternenhimmel und eine natürliche Nacht in Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung, dem Kreis Euskirchen und der Standortentwicklungsgesellschaft Vogelsang vor: „Die Nationalparkregion Eifel ist eine der wenigen Orte in Deutschland, in denen man die Milchstraße mit eigenen Augen sehen kann. Wenn wir heute allerdings nichts gegen die zunehmende Lichtverschmutzung tun, verlieren wir auch hier den Sternenhimmel.“ Ab April 2014 wird er im Kulturkino in vogelsang ip astronomische Infotainment-Veranstaltungen und Himmelsbeobachtungen in einer Sternwarte seiner Astronomie-Werkstatt „Sterne ohne Grenzen“ anbieten.

Manfred Poth, Aufsichtsratsvorsitzender der SEV und allgemeiner Vertreter des Landrats im Kreis Euskirchen, hob den Gewinn für alle Beteiligten in der Region hervor: „Die Ansiedlung der Astronomie-Werkstatt und Auszeichnung als Sternenpark sind wichtige Schritte in der Entwicklung Vogelsangs zu einer internationalen Tourismus- und Bildungsdestination. Von dem Alleinstellungsmerkmal „Sternenpark“ wird die ganze Region profitieren, die entsprechenden touristischen Angebote müssen nun geschaffen werden.“
Der Standort Vogelsang wird inmitten des Nationalparks besonders auf die Vermeidung von Lichtbelastung achten. „Die zukünftige Beleuchtung in Vogelsang berücksichtigt ausdrücklich die Sternenbeobachtung und den Schutz der Artenvielfalt und der Natur. Mehr noch: Hier wird ein Musterbeispiel für eine belastungsarme Beleuchtung in der Nacht durch bedarfsgerechte Lichtsteuerung, voll abgeschirmte Lampen ohne Streulicht und ein Lichtspektrum ohne die problematischen Blaulichtanteile in den Himmel implementiert,“ erklärte Thomas Fischer-Reinbach von der Standortentwicklungsgesellschaft.

Auch in den beiden benachbarten Städten Schleiden und Heimbach hat bereits ein Umdenken stattgefunden: Dort wird darauf geachtet, die Lichtverschmutzung durch reduzierte Straßenbeleuchtung und andere Maßnahmen gering zu halten.

„Die Zertifizierung als Sternenpark ist der erste Schritt zu einem Schutz des Nachthimmels in der gesamten Nationalparkregion Eifel. Der Naturpark Hohes Venn-Eifel, die LEADER-Region Eifel und der Kreis Euskirchen unterstützen deshalb die Weiterentwicklung des Sternenparks zu einem regionsweiten, bi-nationalen  Sternenreservat. Das Sternenreservat soll neben der vor Lichtverschmutzung strikt geschützten so genannten Kernzone, also dem Nationalpark, ein etwa 15 Kilometer breites Band um die Nationalparkgrenzen herum beinhalten“, gab Jan Lembach als Geschäftsführer des Naturpark Nordeifel einen Ausblick auf die Ziele in den kommenden zwei Jahren.

Der Sternenpark Nationalpark Eifel mit Ziel eines Sternenreservates für die Nationalparkregion bedeutet auch neue Impulse für die Gastgeberbetriebe in der Region, die ihre Palette durch eigene nächtliche Naturerlebnisangebote erweitern können.

Hintergrund
Das Gebiet des Sternenparks umfasst den zirka 111 Quadratkilometer großen Nationalpark Eifel: Hier gibt es wenige Quellen von Lichtverschmutzung. Die Nationalparkverwaltung hat die geringe Beleuchtung an den dort befindlichen Forsthäusern zum Teil schon auf belastungsarme Beleuchtung umgestellt. Aber das künstliche Licht in der Nacht aus den benachbarten Ansiedelungen und aus den weiter entfernten Städten und Gemeinden macht jedoch nicht an den Grenzen des Nationalparks Halt.
Die Auszeichnung als Schutzgebiet für eine natürliche Nacht und einen sternenreichen Nachthimmel wird nicht nur dazu beitragen, etwas gegen die zunehmende Himmelsaufhellung durch Lichtverschmutzung zu tun. Die Vermeidung von Lichtverschwendung durch belastungsarme und umsichtige Außenbeleuchtung spart wertvolle Energie, verringert den gefährlichen CO2-Ausstoss und kommt ganz entscheidend auch dem Schutz der Artenvielfalt und der menschlichen Gesundheit zu Gute.

Lichtverschmutzung wird heute als ernst zu nehmende Form der Umweltbelastung betrachtet, zahlreiche unabhängige Studien weisen die schädigende Wirkung von künstlichem Licht in Nacht auf die menschliche Gesundheit und die Biodiversität auf.

Lichtverschwendung kann mit einfachen Mitteln verhindert werden: Leuchten, die ausschließlich die zu beleuchtende Fläche beleuchten und kein Licht direkt in den Himmel strahlen oder Verkehrsteilnehmer blenden, werden mittlerweile von vielen Herstellern angeboten. Eine bedarfsgerechte, zurückhaltende Beleuchtung, die eine Absenkung der Lichtintensität zu verkehrsarmen Zeiten erlaubt, erhöht die Lebensdauer der Lampen, spart Energie, verringert den CO2-Ausstoß und wirkt damit dem Klimawandel entgegen.

Die  International Dark-Sky Association (IDA) ist eine weltweite non-profit Organisation mit Hauptsitz in Tucson, Arizona. Die IDA setzt sich für den Schutz der Natur in der Nacht und den Schutz des Sternenhimmels ein und bietet hierzu u.a. ein Programm zur internationalen Anerkennung  von Schutzgebieten für eine natürliche Nacht und den sternenreichen Nachthimmel an. Mehr über die IDA ist hier zu erfahren:  http://www.darksky.org.

Pressefotos zum kostenlosen Download:
Bildunterschrift 1: Dr. Andreas Hänel  von der International Dark-Sky Association (IDA) überreichte an Michael Lammertz von der Nationalparkverwaltung Eifel das Zertifikat zur Auszeichnung des Nationalparks als erster Sternenpark in Deutschland. Von links nach rechts: Manfred Poth, Aufsichtsratvorsitzender der SEV, Peter Cremer, Planung und Bau Stadt Heimbach, Thomas Fischer-Reinbach, Geschäftsführer SEV, Dr. Andreas Hänel, International Dark-Sky Association (IDA), Harald Bardenhagen, Astronom und Initiator, Michael Lammertz, Nationalparkverwaltung Eifel, Andreas Glodowski, Standortentwicklung Stadt Schleiden, Jan Lembach, Geschäftsführer Naturpark Nordeifel (Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/A. Simantke)
Bildunterschrift 2: Unzählige Sternspuren über dem Feuerwachturm bei Wolfgarten im Nationalpark Eifel (Foto: Harald Bardenhagen, Köln, Freigabe zu einmaliger Verwendung)
Bildunterschrift 3: Alle Sterne kreisen um den Nordstern über der Kirche in Wollseifen im Nationalpark Eifel (Foto: Harald Bardenhagen, Köln, Freigabe zu einmaliger Verwendung)    

Videogrüße aus dem Hauptsitz der International Dark Side Association (IDA) in Deutsch und Englisch sowie zu weiteren Hintergrundinformationen zum Thema hier

Kontakte:
Annette Simantke
Fachgebiet Kommunikation und Naturerleben
Nationalparkforstamt Eifel
im Landesbetrieb Wald und Holz NRW
Telefon: +49 (0)2444. 9510-57
Fax: +49 (0)2444. 9510-85
simantke@wald-und-holz.nrw.de

 
 
 



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