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Tiere im Winter

Viele Tiere, ob groß oder klein, fressen sich im Spätsommer und Herbst noch mal so richtig satt. Sie legen sich eine dicke Fettschicht, den Winterspeck, zu. Das machen zum Beispiel die Wildschweine, der Dachs, die Mäuse oder der Bär. Heute weiß man außerdem, dass viele Tiere ihren Stoffwechsel im Winter zurückfahren, um Energie zu sparen. Das heißt, sie verlangsamen ihren Herzschlag und senken die Körpertemperatur. Aber auch da gibt es unterschiedliche Strategien: Im Wesentlichen unterscheiden wir bei vielen Tieren Winterschlaf und Winterruhe. 

Der Bär verzieht sich zum Beispiel für viele Monate in eine Höhle - bei den Fledermäusen verhalten sich manche Arten wie die Zugvögel und ziehen im Herbst in wärmere Gefilde. Andere bleiben und suchen frostsichere Höhlen oder auch alte Stollen auf. Im Idealfall, dass heißt wenn diese Tiere nicht gestört werden, reicht bei ihnen der besagte Winterspeck für den ganzen Winter aus. Im Vergleich zur aktiven Jahreszeit können die Winterschläfer den Nahrungs- beziehungsweise Fettverbrauch auf bis zu ein Hundertstel reduzieren. Das heißt also, dass verschiedene Tierarten mit der Reserve, die im Sommer einen Tag reicht, im Winter bis zu einhundert Tage auskommen! Die Mausohrfledermaus beispielsweise hat im Sommer während der Jagd einen Herzschlag von bis zu 880 Schlägen pro Minute. In sommerlichen Ruhephasen zwischen 250 und 450 Schlägen. Im Winterschlaf reduziert sie die Herzfrequenz auf nur noch 18 bis 80 Schlägen pro Minute. In der Aufwachphase beträgt die Atmung vier bis sechs Züge pro Sekunde. Im Winterschlaf atmet die Mausohrfledermaus nur alle 60 bis 90 Minuten ein einziges Mal! ie Körpertemperatur senkt diese Fledermausart von vierzig auf ein bis zehn Grad Celsius.

Andere Tiere halten keinen monatelangen Winterschlaf. Sie halten Winterruhe. Diese Waldbewohner senken ihren Energieverbrauch auf ungefähr zehn Prozent. Sie haben außer einem Winterspeck ein dichteres Fell als im Sommer. Dadurch wird keine unnötige Körperwärme und damit Energie in die Umgebung abgegeben. Auch diese Tiere senken Herzschlag und Körpertemperatur. Jedoch nicht so extrem wie die genannte Fledermausart. Durch diesen Energiespareffekt reichen die Reserven meist ein paar Wochen. Dann suchen Eichhörnchen oder Mäuse ihre Vorratslager auf, die sie im Herbst angelegt haben. 

Tiere wie der Dachs haben es da nicht so einfach. Er ruht zwar weitgehend in seiner Burg,  muss aber  im Winter bei knurrendem Magen auf Nahrungssuche gehen.  

Eine besonders ausgetüftelte Strategie, mit der kalten Jahreszeit umzugehen, haben Reh- und Rotwild entwickelt. Diese großen Säugetiere fallen in eine Art Winterstarre. Reh- und Rotwild können die Temperatur ihres Körpers um einige Grad senken. Messungen haben ergeben, dass diese Wildtiere die Blutwärme ihres Rumpfes bis auf 15 Grad Celsius und die ihrer Beine sogar bis auf drei Grad Celsius herabsenken können. Die Körpertemperatur beträgt normalerweise 37° C. 

Wichtigste Voraussetzung, die kalte Jahreszeit sicher und gesund zu überstehen, ist bei all diesen Tieren, dass sie möglichst wenig gestört werden. Störung bedeutet Stress. Die Tiere gehen an ihre lebenswichtigen Reserven, wenn sie zum Beispiel vor Menschen flüchten müssen. Geschehen solche Störungen zu oft, kann es bei einem harten Winter dazu führen, dass die Wildtiere diesen nicht überleben.  

Bei Rothirschen kann dann aus oben beschriebenen genialen Energiesparmethoden sogar ein Nachteil werden. Das "Hochfahren" der Betriebstemperatur bei mehrfachen Störungen verbraucht übermäßig mehr Energie als wenn die Tiere mit ihrer normalen Sommertemperatur starten müssten.

Deswegen sind Rückzugszonen besonders wichtig. Diese sind im Nationalpark Eifel durch Wegeplan und Wegegebot gegeben.  

Einmal mehr machen diese Beispiele deutlich, wie wichtig es ist, sich an gewisse Spielregeln zu halten. Gerade im Winter sollten wir uns deshalb zum Wohl der Tiere mit unnötiger Neugierde etwas zurückhalten. Nicht nur in Nationalparks und anderen Naturschutzgebieten. 

Sicher war es nicht das letzte Mal dass ich Euch etwas über das winterliche Verhalten der Tiere berichtet habe. Bei meinen Recherchen bin ich  auf weitere interessante Geheimnisse der Natur gestoßen. Davon ein Andermal mehr…

Bis dahin alles Gute, Euer Ranger Sascha Wilden

 
 
 



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