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Felsen und trockene Heiden

Felsen finden wir an vielen Stellen im Nationalpark Eifel: Entweder zerstreut als Blockfelder im Eichenwald oder einzeln stehend, als den Wald überragende Felskomplexe. Am auffälligsten sind sie am Wanderweg entlang der Urfttalsperre (Kreisstraße Nr. 7, K7) ausgeprägt. Markante Einzelfelsen finden sich aber auch in den Nationalparkdistrikten Hetzingen und Dedenborn. Manche Felsbildungen verdanken ihre heutige Gestalt früheren Nutzungen als Schiefergrube, als Steinbruch für den Wegebau oder den Bau der Urftalsperre.

Geologisch handelt es sich bei den Felsen um Grauwacken, Tonschiefer oder Sandsteine, also stets silikatische, kalkarme Gesteine. Entscheidend für die Lebensbedingungen auf Felsen ist neben der Gesteinsart und der Ausrichtung zur Sonne, der Grad der Beschattung. Felsfüße oder höhere Felspartien, die durch Bäume beschattet werden, weisen völlig andere Lebensbedingungen als sonnenexponierte Felsköpfe auf.

Das dunkel-feuchte Kleinklima beschatteter Waldfelsen bietet ideale Verhältnisse für Moose und Farne. Durch das Laub bzw. die Nadeln kann sich in Nischen und Spalten Humus bilden, der auch Gräsern und krautigen Pflanzen Wurzelraum bietet. Halbschattige Felsen sind der ursprüngliche Lebensraum der Besenheide, aber auch anderer Arten der Heidevegetation. Heutzutage wächst sie auf den von Menschen geschaffenen, großflächigen Sandgebieten, wie die Drover Heide oder die Schavener Heide in der Umgebung des Nationalparks.

Offene Felsen sind wegen ihres warm-trockenen Kleinklimas Extremstandorte. Auf ihnen können nur Pflanzen und Tiere existieren, die an solche besonderen Bedingungen angepasst sind. Bunte Flechten, in dicken und behaarten Blättern wasserspeichernde Kräuter, sowie Reptilien und bestimmte Schmetterlingsarten fühlen sich hier wohl.

Die Felsen benötigen keine Pflegemaßnahmen zu ihrer Erhaltung und gehören deshalb zur Prozessschutzzone. Ihre häufig seltenen und gefährdeten Pflanzen- und Tierarten sind aber sehr störungsempfindlich und müssen durch Schutzmaßnahmen gesichert werden. Flechten beispielsweise wachsen sehr langsam, aber werden rasch durch Betreten zerstört. Deshalb ist es im Nationalpark verboten, Felsen zu beklettern (siehe Nationalpark-Verordnung, NP-VO).

 
 

Pflanzen der Felsen und trockenen Heiden

Tüpfelfarn, eine auffallende Farnpflanze der Waldfelsen
Felsen, die im Schatten liegen, sind gleichzeitig feuchter und weisen somit gute Bedingung auf für die zahlreichen Moose, die hier wachsen. Zu den häufigsten und gut zu erkennenden Arten zählen das Zackenmützenmoos (Racomitrium heterostichum) oder das Zypressen-Schlafmoos (Hypnum cypressiforme).
 

Tiere der Felsen und trockenen Heiden

Zu wem gehören wohl diese Augen ? Sie sind rund und orange. Zwischen Ihnen ist ein dreieckiger Schnabel. Diese Augen sind die eines Uhus.
Auch wenn schroffe Felsen zunächst als wenig gastlicher Lebensraum für Tiere erscheinen, zeigt sich bei näherem Hinschauen, dass hier viele seltene bzw. in ihrem Vorkommen in Nordrhein-Westfalen als gefährdet geltende Arten zu finden sind.
 
 



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