Nationalpark Eifel

Zurück zur Textnavigation

 

Schneckenfauna unterschiedlicher Laubwaldstandorte sowie Waldentwicklungsstadien im Nationalpark Eifel

Einführung

Ziel des Nationalparks Eifel ist der Schutz der Naturlandschaft sowie – nachgeordnet – artenreicher Kulturlandschaftsbiotope und der für sie charakteristischen Tier-, Pilz- und Pflanzenarten. Hierfür werden naturnahe Bereiche in den Prozessschutz entlassen, stark von früherer menschlicher Nutzung überformte Bereiche renaturiert sowie – in der Managementzone – Offenlandbiotope durch naturschutzorientierte Pflege bzw. Nutzung erhalten und weiterentwickelt.

Zielvegetation sind die naturnahen Laubmischwälder der potentiell natürlichen Vegetation, d. h. Buchenmischwälder, thermophile Eichenwälder, Schlucht- und Hangschuttwälder, Auenwälder sowie Bruchwälder. Während Bereiche wie der westliche Kermeter oder die Wälder Dedenborns seit langer Zeit durchgehend bewaldet waren, waren andere Teilbereiche wie die Dreiborner Hochfläche seit Jahrhunderten für eine landwirtschaftliche Nutzung weitgehend gerodet und waldarm. Auch durchgehend bewaldete Flächen sind teilweise durch Einbringung nicht heimischer Baumarten wie Fichte oder Douglasie naturfern bestockt. In der Prozessschutzzone des Nationalparks sollen sich auf allen diesen Flächen sowie auf früheren genutzten Grünlandflächen mittels Prozessschutz und ggf. vorgeschalteter Waldentwicklungsmaßnahmen (Entfernen nicht heimischer Baumarten, Buchenpflanzung unter Fichte, Initialgatter zur Förderung von Nebenbaumarten) naturnahe Laubwaldbestände entwickeln. Diese Entwicklung muss wissenschaftlich dokumentiert und die durchgeführten Maßnahmen evaluiert werden.

Als Indikatorartengruppe für die Naturnähe und die Dauer durchgehender Bewaldung sowie die Entwicklung von naturfernen zu naturnahen Waldbeständen sowie vom Offenland zum Wald eignen sich besonders wenig mobile Arten wie Schnecken (Mollusca: Gastropoda).

Inhalte und Ziele

Durch geeignete Untersuchungsmethoden wird das Landschnecken-Inventar ausgewählter Offenland-, Gebüsch- und Waldgesellschaften und sowie (Laub)Wälder unterschiedlicher Bestockungshistorie in der Prozessschutzzone des Nationalparks Eifel quantitativ erfasst. Die erfassten Daten werden untereinander und mit Daten früherer Untersuchungen verglichen und im Hinblick auf typische Schneckengemeinschaften verschiedener Waldsukzessionsstadien sowie unterschiedlicher Waldbestandesgeschichte interpretiert. Die Ergebnisse dienen ferner als Null-Aufnahmen für ein langfristiges Monitoring der Waldentwicklung.

Facharbeitstyp:

(Bachelorarbeit), Masterarbeit, auch als Projektarbeit mehrerer Bearbeiter/innen

Unterstützung durch die Nationalparkverwaltung

  • Administrative Voraussetzungen (Genehmigungen Naturschutzbehörde, Eigentümer)
  • Einweisung ins Gebiet
  • Digitale Geodaten (TK, DGK, DGKL, Biotoptypenkarte Umgebung) sowie botanische und faunistische Daten
  • Kontakte zu örtlichen Experten

Eine finanzielle Unterstützung für Reise- und Unterbringungskosten ist nicht möglich.

Spezielle Literatur:

  • Kappes, H., Jordaens, K., Van Houtte, N., Hendrickx, F., Maelfait, J.-P., Lens, L., Backeljau, T. (2009): A land snail´s view of a fragmented landscape. – Biological Journal of the Linnean Society 98: 839-850.
  • Kobialka, H. (2008): Erfassung und Bewertung der Molluskenfauna im Nationalpark Eifel - ein Fachbeitrag zur Erforschung der Biodiversität und zum Pflege – und Entwicklungsmanagement. – Unveröff. Gutachten im Auftrag des Nationalparkforstamtes Eifel. 58 S. Höxter/Schleiden-Gemünd.
  • Kobialka, H. (2009): Erfassung und Bewertung der Molluskenfauna im Nationalpark Eifel - ein Fachbeitrag zur Erforschung der Biodiversität und zum Pflege – und Entwicklungsmanagement. Untersuchungen im Jahr 2009. – Unveröff. Gutachten im Auftrag der Nationalparkverwaltung Eifel. 52 S. zzgl. Anhang. Höxter/Schleiden-Gemünd.
  • Kobialka, H. (2012): Erfassung und Bewertung der Molluskenfauna im Nationalpark Eifel, ein Fachbeitrag zur Erforschung der Biodiversität und zum Pflege- und Entwicklungsmanagement. Untersuchungen im Jahr 2012. – Unveröff. Gutachten im Auftrag der Nationalparkverwaltung Eifel. 30 S. zzgl. Anhang. Höxter/Schleiden-Gemünd.
  • Kobialka, H. (in Bearbeitung): Erfassung der Weichtierfauna auf 30 Daueruntersuchungsflächen als Bestandteil des Langzeitmonitorings der Waldentwicklung des Nationalparks Eifel. – Unveröff. Bericht im Auftrag der Nationalparkverwaltung Eifel. Höxter/Schleiden-Gemünd.
  • Kobialka, H., Pardey, A. (2012): Schnecken und Muscheln (Mollusca: Gastropoda und Bivalvia) im Nationalpark Eifel – Ergebnisse der Grundlagenerhebung in den Jahren 2008 und 2009. – Decheniana 165: 115 – 129. Bonn.
  • Wittig, K., Dalbeck, L., Kobialka, H., Kappes, H. (2012): Ergänzung zur Biogeographie der Maskenschnecke (Isognomostoma isognomostomos (Schröter 1784) im Hinblick auf die nördliche Eifel. – Mitt. Deutsche malakozoolog. Gesellschaft 87: 7-10. Frankfurt a. M.

Für weitere Informationen Kontakt bei der Nationalparkverwaltung

Dr. Andreas Pardey, Tel. 02444-9510-14, andreas.pardey@wald-und-holz.nrw.de

 
 
 



nach oben

Zurück zur Textnavigation

Zur grafischen Startseite