Nationalpark Eifel

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Erstellung einer kommentierten Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen des Nationalparks Eifel

Einführung

Vorrangiges Ziel des Nationalparks Eifel ist der Schutz der Naturlandschaft sowie der für sie charakteristischen Tier-, Pilz- und Pflanzenarten. Darüber hinaus werden in der Managementzone des Nationalparks auf ca. 700 ha auch artenreiche Wiesen und Weiden als Kulturlandschaftsbiotope durch naturschutzausgerichtete landwirtschaftliche Nutzung erhalten und weiter entwickelt. Wichtig für die wissenschaftliche Forschung und die Effizienzkontrolle durchgeführter Maßnahmen ist die Ersterfassung des Artenbestandes zur Dokumentation des Ausgangszustandes.

Zum Artenbestand der Farn- und Blütenpflanzen des Nationalparks liegen bereits umfangreiche aktuelle sowie teilweise auch ältere Daten vor. In den Jahren 2007 bis 2015 wurden durch eine ehrenamtliche Botanikergruppe die Farn- und Blütenpflanzen flächendeckend erfasst und auf Viertelquadrantengrundlage zusammengestellt. Zu einigen Teilgebieten liegen frühere Daten vor. Im Rahmen verschiedener Vegetationskartierungsprojekte sind seit 2004 weitere floristische Daten erhoben worden (Modellierung der Vegetationsentwicklung auf der Dreiborner Hochfläche, Dauerquadraterfassungen seltener Biotoptypen, Permanente Stichprobeninventur, Bachelor- und Masterarbeiten usw.). Die Liste der aktuell vorkommenden Arten umfasst ca. 860 Taxa, hinzu kommen noch ca. 50 bis 100 vor dem Jahr 2004 erfasste, aber aktuell nicht nachgewiesener Arten. Die Erfassung ist allerdings von unterschiedlicher Qualität und Dichte, manche Viertelquadranten sind unterkartiert, manche Arten teilweise nur auf höherer taxonomischer Ebene (z. B. Sammelart, keine Unterart) erfasst. Die Daten wurden bisher noch nicht zusammenfassend dargestellt und kommentiert.

Inhalte und Ziele

Die vorliegenden Daten zu den vorkommenden und verschollenen Farn- und Blütenpflanzen sind zu sichten und auf Konsistenz zu prüfen. Die ggf. korrigierten Daten (Arten und ihre Verbreitung als Fundpunktdaten oder als Vorkommen in einem TK 25-Viertelquadranten) sind als EXCEL-Datei in die Fundortdatenbank MultiBaseCS der Nationalparkverwaltung einzuspeisen. Mit Hilfe der Datenbank können Verbreitungskarten für jede Art/Unterart erstellt werden.

Die Daten sind hinsichtlich des Kartierungsstandes und evtl. Defiziten bei der Artansprache jedes Taxon zu analysieren. Ggf. sind gezielte Ergänzungskartierungen zum Füllen von Kartierungslücken durchzuführen (=> Masterarbeit).

Aus den Daten ist eine kommentierte Liste der im Nationalpark Eifel vorkommenden und ehemals vorgekommenen Farn- und Blütenpflanzen zu erstellen. Zu jedem Taxon sind Informationen über das Vorkommen im Nationalpark (räumlich, Höhenlagen, inkl. Nachweiszeitraum) und Angaben zur weiteren Verbreitung (Eifel, NRW), ökologische Ansprüche inkl. Indikatoreigenschaften, Zugehörigkeit zu Biotoptypen und pflanzensoziologische Einstufung, Gefährdung, ggf. gesetzlicher Schutz, Artstatus (heimisch, eingebracht, Kulturpflanze, Neophyt etc.), ggf. Managementbedarf (konkrete Schutz- oder Pflegemaßnahmen, notwendige Bekämpfungsmaßnahmen, Monitoring), weiterer Erfassungsbedarf sowie ggf. Fotos zusammenzustellen.

Abschließend ist das Gesamtarteninventar der Farn- und Blütenpflanzen im Hinblick auf die Bedeutung des Nationalparks Eifel für den Schutz der Flora NRWs auszuwerten.

Es ist das Ziel der Nationalparkverwaltung, die kommentierte Artenliste mit dem Bearbeiter/der Bearbeiterin der Facharbeit zusammen mit Mitgliedern der ehrenamtlichen Botanikergruppe in der Nationalpark-Schriftenreihe zu publizieren.

Facharbeitstyp:

Bachelorarbeit, bei Durchführung eigener Ergänzungskartierungen auch Masterarbeit

Voraussetzungen sind gute Kenntnisse der heimischen Farn- und Blütenpflanzen und die Bereitschaft, sich auch in schwierigere taxonomische Gruppen einzuarbeiten, Kenntnisse zur Pflanzensoziologie, Erfahrung im Einsatz von MS-EXCEL und Grundkenntnisse von ArcGis. 

Eine Bachelorarbeit kann ganzjährig, d. h. auch im Winter, bearbeitet werden. Eine Masterarbeit mit Ergänzungskartierungen muss im Herbst/Winter mit der Datensichtung beginnen, um den nachfolgenden Kartierungsbedarf zu klären. Die Kartierungen sind dann im folgenden Frühjahr und Sommer durchzuführen.

Unterstützung Nationalparkverwaltung: 

  • Administrative Voraussetzungen (Genehmigungen Naturschutzbehörde, Eigentümer)
  • Einweisung ins Gebiet
  • Digitale Geodaten (TK, DGK, DGKL, Biotoptypenkarte, digitale Bodenkarte) sowie botanische und faunistische Daten
  • Kontakte zu Experten

Eine finanzielle Unterstützung für Reise- und Unterbringungskosten ist nicht möglich.

Spezielle Literatur:

  • Boeckmann, T., Pfriender, A. (1995): Floristisch-vegetationskundliche Untersuchung und ökologische Bewertung des Wüste- und Püngelbachtales/Rureifel mit Vorschlägen zur Pflege und Entwicklung. – Diplomarbeit Universität Bonn. 145 u. Anhang. Bonn.
  • Bomble, F. W. (2009): Hieracium altenahrense (TOUTON) BOMBLE comb. et stat. nov. im Ahrtal und im Nationalpark Eifel. – Decheniana 162: 17 - 23. Bonn.
  • Bomble, F. W. (2012): Die Gattung Alchemilla in der nordwestlichen Eifel. – Decheniana 165: 85 - 94. Bonn.
  • Dederichs, R. (2015): Einflüsse der Standortbedingungen auf die Artenzusammensetzung artenreicher floristisch ähnlicher Magerwiesen im Nationalpark Eifel. – Bachelorarbeit Universität Trier. 40 S. Trier.
  • Denz, O., Regh, M.L., Schumacher, W., Vanberg, C., (1991): Ökologische Bestandsaufnahme Truppenübungsplatz Vogelsang. – Unveröff. Gutachten im Auftrag Landesanstalt für Ökologie, Landschaftsentwicklung und Forstplanung NRW. 41 S. Bonn/Recklinghausen.
  • Krause, S., Hußmann, B., Regh, M.-L., Vanberg, C. (1992): Ökologische Bestandsaufnahme im geplanten Laubwaldreservat Dedenborn - Abschlussbericht. – Unveröff. Gutachten im Auftrag Landesanstalt für Ökologie, Landschaftsentwicklung und Forstplanung NRW. 64 S. Bonn/Recklinghausen.
  • Lennartz, G., Bless, J., Theißen, B., Toschki, A., Preuß, T., Strauss, T., Tischler, B., Schäffer, A. & M. Roß-Nickoll (2006): Modellierung von Landschaftsentwicklungsszenarien für die Managementzone im Nationalpark Eifel unter Berücksichtigung verschiedener Managementvarianten einschließlich spezieller Untersuchungen der Heuschrecken, Tagfalter und Vögel sowie der Ableitung von  Monitoringparametern für die Offenlandentwicklung+E193. – Abschlussbericht. Unveröff. Gutachten im Auftrag der LANUV. 168 S. Aachen/Recklinghausen.
  • Matzke, G. (1989): Die Bärwurzwiesen (Meo-Festucetum Bartsch 1940) der West-Eifel. – Tuexenia 9: 303 - 315. Göttingen.
  • Matzke-Hajek, G. (2013): Die Brombeeren (Rubus L., Rosaceae) des Nationalparks Eifel. – Unveröff. Bericht im Auftrag der Nationalparkverwaltung Eifel. 9 S. Alfter/Schleiden-Gemünd.
  • Mause, R. (2007): Eleocharis austriaca im Nationalpark Eifel und weitere seltene und bemerkenswerte Pflanzenfunde aus dem Kreis Düren und der Nordeifel. – Decheniana 160: 91 - 93. Bonn.
  • Vanberg, C., Krause, S., Regh, M. - L., Hußmann, B. (1994): Flora und Vegetation im Einzugsbereich der Erkensruhr (Rureifel). – Decheniana 147: 80-95. Bonn.

Für weitere Informationen Kontakt bei der Nationalparkverwaltung

Dr. Andreas Pardey, Tel. 02444-9510-14, andreas.pardey@wald-und-holz.nrw.de

 
 
 



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