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Ein gelbes Meer aus wilden Osterglocken - die Gelbe Wildnarzisse

Die Gelbe Wildnarzisse ist im Frühjahr eine berühmte Schönheit des nationalparks Eifel. Foto: A. Simantke

Ein berühmter Magnet des Nationalparks entfaltet jedes Frühjahr seine Strahlkraft: Die Gelbe Wildnarzisse (Narcissus pseudonarcissus) taucht die Bachtäler des Nationalpark-Südens in ein Blütenmeer. Aktuelle Informationen: Während der Saison erhalten Sie aktuelle Informationen zum Stand der Narzissenblüte und den derzeit schönsten Wiesen beim Nationalpark-Tor Höfen unter Telefon 02472. 8025079 bzw. Fax: 02472. 8024977 oder beim Nationalpark-Infopunkt Hellenthal unter Telefon 02482.85115 bzw. Fax 02482.85114.


Wichtig: Halten Sie sich bitte auch zur Blütezeit des Wildnarzisse unbedingt an das Wegegebot. Die Natur und folgende Gäste werden es Ihnen danken.

Die Narzisse kennen die meisten Menschen als Osterglocke aus dem Vorgarten oder auch als Schnittblume aus dem Handel. Wie es ist, wenn die Narzisse als wild wachsende Art Bachtäler mit ihrer gelben Blüte verzaubert, kann sich kaum jemand vorstellen. Denn als Wildpflanze ist die Narzisse in ihren Beständen stark bedroht und daher streng geschützt. In den südwestlich gelegenen Bachtälern des Nationalparks Eifel nahe des Nationalpark-Tors Höfen und des Nationalpark-Infopunkts Hellenthal liegt eines der bedeutendsten letzten Refugien der Gelben Wildnarzisse, wo sie jährlich zwischen April und Mai mit über zehn Millionen Blüten ein besonderes Naturschauspiel bietet.

Kennzeichen
Die Gelben Wildnarzisse zählt zur Familie der Amaryllisgewächse. Sie ist kleiner als die Osterglocke aus dem Stadtpark. Markant sind ihre sechs gelben Blütenblätter und ihrer Glocke in der Mitte. Die dunkelgrünen Blätter sind hart und spitz. So können sie sich im Frühjahr selbst durch harte, gefrorene Böden stoßen.

Vorkommen
Ursprünglich hatte die Wildnarzisse im westlichen Mitteleuropa ihr Verbreitungsgebiet. In Deutschland kommt sie heute nur noch in der Eifel und im Hunsrück vor. Ihr Verbreitungsschwerpunkt findet sich in atlantisch geprägten Landschaftsräumen mit hohen Niederschlagssummen. In der Eifel stößt sie an ihr östlichstes Verbreitungsgebiet. Im westlich gelegenen Belgien kommt die Narzisse noch häufiger vor. Ihr natürlicher Lebensraum sind kalkarme, magere Feuchtwiesen.

Vermehrung
Ihre großen Samen verbreitet die Wildnarzisse durch Wassertransport und durch Ameisen.

Im Nationalpark
Im Nationalpark Eifel wächst die Wildnarzisse im Perlen- und Fuhrtsbachtal in einem bis zu 100 Meter breiten Band entlang der Bachläufe. Sie fühlt sich dort unter dem lichten Dach von Erlen und Birkenbruchwäldern wohl. Über 600 Jahre lang wurden die Wiesenflächen dort für die Heugewinnung genutzt. Zur jährlichen Düngung der Wiesen legten die Bauern so genannte Flüxgraben hangparallel an und bewässerten die Flächen mit schwebstoffhaltigem Bachwasser. So gediehen blumenreiche Feucht- und Sumpfwiesen mit Bärwurz und gelben Narzissen. Mit dem Einsatz des Kunstdüngers nach dem Zweiten Weltkrieg lohnte sich die Bewirtschaftung der Wiesenflächen nicht mehr. Die Bachtäler wurden mit Fichten aufgeforstet oder intensiv als Grünland genutzt. Die dunklen Fichtenwälder ließen der Gelbe Wildnarzisse keinen Lebensraum.

Schutz
1976 wurde ein Naturschutzgebiet ausgewiesen, um die Bachtäler der Wildnarzissen zu schützen. In den 80er Jahren bemühte sich der Naturschutz, der Narzisse durch Renaturierung ihren Lebensraum zurückzugeben. Fichten wurden in den Tälern entfernt, so dass der Artenreichtum wieder zunehmen konnte. Das Land NRW hat über 50 Hektar gekauft und renaturieren lassen. Die Wilde Narzisse zu pflücken oder gar auszugraben ist verboten.

Gefährdung
Die Hauptgefährdung der Wildnarzisse ergibt sich durch intensive Landnutzungsformen. Eine Gefährdung würde in diesem Fall auch eine natürliche Entwicklung dieser Flächen bedeuten. Verbuschung und Waldwuchs würden die Narzisse verschwinden lassen. Narzissenwiesen benötigen wie Orchideenwiesen und ähnliche Wiesen regelmäßigen Schnitt zu bestimmten Jahreszeiten - zwischen Ende Juli und Anfang August, da sie sonst auch durch einwuchernde hohe Stauden und Gehölze bedroht sind.

Zur Blüte
Die Gelbe Wildnarzisse blüht gewöhnlich zwischen Anfang April und Anfang Mai.

Literatur
Weitergehende Informationen stehen zum Beispiel in den ThemenTouren-Büchern "Tier- und Pflanzenwelt im Nationalpark Eifel" und "Narzissengebiet Monschauer Land". Im zweiten Buch sind ein Radrundweg und ein Wanderrundweg beschrieben, für die Sie hier (Wandern) und hier (Radfahren) GPS-Daten herunterladen können. Weitere Literatur finden Sie hier...

 
 



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