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Pflanzen der Grünlandflächen

Grünland, damit verbinden die meisten Menschen von Gräsern bewachsene Hügel. Und richtig - die Vegetation der unterschiedlichen Wiesen und Weiden im Nationalpark Eifel wird zunächst durch „grüne“ Grasarten geprägt. Im Fall der nährstoffarmen Borstgrasrasen sind es niedrigwüchsige Gräser wie das Rote Straußgras (Agrostis capillaris) und das namensgebende Borstgras (Nardus stricta). Ein Kennzeichen des Borstgrases ist sein sehr kompakter und deshalb (vieh-) trittfester Wurzelbereich, weshalb es durch Beweidung mit Schafen sogar gefördert wird. Doch auch bunt blühende Pflanzen sind hier keine Seltenheit. Ob gelb, wie der Flügel-Ginster (Genistella sagittalis), blau wie das Kreuzblümchen (Polygala serpyllifolia) oder weiß wie der Bärwurz (Meum athamanticum). Im Nationalpark eine eher seltene, jedoch für Borstgrasrasen charakteristische Pflanze, ist die Arnica (Arnica montana), die als Heilpflanze z. B. zur Wundbehandlung bekannt ist.

Andere Grünlandtypen sind die sogenannten Glatthafer- und die Bergmähwiesen, auf denen höherwüchsige Gräser wachsen. Ihr Untergrund ist nährstoffreicher. In den niedrigeren Höhenlagen bestimmt unter anderem der Glatthafer (Arrhenatherum elatius) die Vegetation, in den höheren der Goldhafer (Trisetum flavescens). Im Frühjahr verwandeln sich manche der Wiesen, wie die des Wüstebachtals, in ein einzigartiges, gelbes Blütenmeer: Tausende Narzissen (Narcissus pseudonarcissus) verzaubern dann die Landschaft. Neben ihnen kommen Pflanzen mit prägnanten Namen wie der schon genannte Bärwurz (Meum athamanticum), der Kleine Klappertopf (Rhinanthus minor) und die Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum) vor. Stammt der Name "Klappertopf" von den bei Wind locker im Blütenkelch klappernden Samen, so ist die Bedeutung "Teufelskralle" auf die verholzten Früchte der Pflanze zurückzuführen, die sich mit Haken an Gegenständen oder Lebewesen hartnäckig festkrallen. Außerdem gibt es hier weitere bunt blühende Kräuter wie die Berg-Platterbse (Lathyrus linifolius), den Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum) oder den Heilziest (Betonica officinalis). Viele dieser Pflanzen stehen in Nordrhein-Westfalen auf der Roten Liste, eine Liste gefährdeter Tier- und Pflanzenarten.

Auf den Feucht- und Nasswiesen schließlich wachsen hauptsächlich hochwüchsige Stauden, Binsen und Gräser. Optisch attraktiv sind der Schlangen-Knöterich (Polygonum bistorta) mit seinen rosafarbenen, walzenartigen Blütenständen und der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) mit tiefroten Blütenköpfen. Häufig kommen die Spitzblütige Binse (Juncus acutiflorus), die Flatter-Binse (Juncus effusus), die Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) oder das Pfeifengras (Molinia caerulea) vor.

Eine Besonderheit ist die „außerhalb der Saison“ im Herbst blühende, auffallende Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) mit krokusähnlichen, rosa Blüten. Aufgepasst! In den Pflanzenteilen versteckt sich das hochgiftige, arsenähnliche Colchicin. Werden diese Feucht- und Nasswiesen, wie in vielen Bachtälern des Nationalpark Eifel, nicht mehr gemäht, erobern Hochstauden wie das Madesüß (Filipendula ulmaria), die Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre), die Große Brennnessel (Urtica dioica) oder das Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea) die Flächen, um später von einem Wald aus Weiden und Erlen überwachsen werden.

 
 



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