Zur Textnavigation
Inhalt anzeigen

 

Kleine Stillgewässer - vielfältige Ökosysteme in überschaubarem Format

An manchen Stellen im Nationalpark Eifel wurden Bäche mit Dämmen aufgestaut. Auf diese Weise entstanden kleine Teiche. Besonders häufig erfolgte dies an bachquerenden Wegen beispielsweise im Bezirk Wahlerscheid oder im Kermeter. Diese Stauteiche dienten als Löschteiche oder der Fischzucht. Für die in den Bächen lebenden Tiere bedeuten diese Staue Barrieren, die ihre natürlichen Wanderungen bachauf und -abwärts verhindern. Die meisten der ursprünglichen Teichnutzungen sind seit Jahrzehnten aufgegeben. Bei den noch nicht verlandeten Stauteichen werden die störenden Stauwerke noch entfernt. Die künstlichen Stillgewässer werden so nach und nach verschwinden oder – falls sie aus Sicht des Naturschutzes besonders wertvoll sind - neben den Bach, in den sogenannten „Nebenschluss“ verlegt werden. Häufig liegen diese Teiche in der Managementzone des Nationalparks.

Die Tier- und Pflanzenwelt der Stauteiche ist besonders vielfältig und artenreich. Wasserpflanzen, Röhricht, Sauergräser, Hochstauden und Gebüsche bilden die Vegetation. Gemeinsam mit Säugetieren wie dem Biber, Vögeln, Fischen, Amphibien, Libellen, Käfern, Wanzen und Vertretern vieler weiterer Tierartengruppen bilden sie ein komplexes Artengefüge. Solche Teiche bieten deshalb für Interessierte einen wunderbaren Einblick in ein Ökosystem, wie ein Mikrokosmos im Wasserglas. Ein weiterer Stillgewässertyp sind die Tümpel. Im Gegensatz zu den von Bächen gespeisten Teichen erhalten diese ihr Wasser nur über den Regen. Dies bedeutet, dass sie in „normalen“ Sommern früher oder später trocken fallen. Wer hier als Pflanze oder Tier überleben will, muss sich gut an die sich ändernden Wasserverhältnisse anpassen können. Tümpel kommen vor allem auf der Dreiborner Hochfläche vor, wo sie in Folge der militärischen Nutzung des ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang entstanden.

 
 



nach oben