Tiere der Felsen und trockenen Heiden
Das Große Mausohr (Myotis myotis), die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) oder der Abendsegler (Nyctalus noctula) nutzen Spalten und Höhlungen als Sommerquartiere. Dies gilt im Übrigen auch für die im Nationalpark Eifel noch vorhandenen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg oder für die Bergwerksstollen, in denen zu früheren Zeiten Dachschiefer gewonnen wurde. Sie dienen weiteren Fledermausarten wie dem Braunen Langohr (Plecotus auritus) oder den Bartfledermaus-Arten (Myotis mystacinus und Myotis brandti) als Sommer- oder Winterquartiere. Aus diesem Grund müssen diese vom Menschen geschaffenen Strukturen erhalten bleiben und vor unbefugtem Betreten geschützt werden. Alle Fledermausarten sind nämlich geschützt und in ihrem Bestand im Rheinland wie im gesamten Nordrhein-Westfalen mehr oder weniger stark gefährdet. Für den Uhu bieten große Felsen in einer wenig gestörten Umgebung ideale Brutplätze.
Diese durch den Menschen im Rheinland in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts ausgerottete große Eulenart konnte sich in der Eifel und Voreifel nach seit 1968 begonnenen Wiedereinbürgerungsmaßnahmen wieder ausbreiten. Die Eifel ist mit 100 Brutpaaren ein Schwerpunkt des deutschen Uhuvorkommens. Uhus nutzen inzwischen häufig Steinbrüche als Brutplätze, da größere Felskomplexe häufig durch Wanderwege, Kletterer oder andere Störungen von ihm nicht mehr genutzt werden können. Er ernährt sich von Mäusen und anderen Vogelarten. Im Nationalpark ist er seit der Öffnung des ehemaligen Truppenübungsplatzgeländes an seinem angestammten Brutplatz erhöhter Beunruhigung ausgesetzt, was schon mehrfach zur Aufgabe der Brut geführt hat. Aber auch kleine Tiere wie der Schwalbenschwanz (Papilio machaon), einer der größten und schönsten tagaktiven Schmetterlingsarten in unseren Breiten, nutzen die Felsen. Gerade die männlichen Falter orientieren sich an solchen erhöhten Punkten im Gelände, weshalb man hier gelegentlich mehrere Tiere gleichzeitig finden kann. Außerdem besiedelt der Steppen-Grashüpfer (Chorthippus vagans), eine in Nordrhein-Westfalen stark gefährdete wärmeliebende Heuschreckenart, die zahlreichen sonnenbeschienenen Felsen im Nationalpark.
































