Nationalpark Eifel

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Tiere der Ginsterheiden

Der Neuntöter (Lanius collurio), der in Nordrhein- Westfalen wie auch speziell in der Eifel als gefährdet eingestufter Vogel mit der markanten schwarzen Augenbinde, hält sich von Mai bis September im Nationalparkgebiet auf. Er ist eine Charakterart der Grünland - Hecken -Waldmantel - Biotopkomplexe, wie sie großflächig auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Vogelsang auf der Dreiborner Hochfläche ausgebildet sind. Seinen gewalttätig klingenden Namen verdankt er der Eigenart, größere erbeutete Tiere wie Heuschrecken oder junge Kleinsäuger als Nahrungsreserve oder zur Bearbeitung auf den Dornen von Straucharten wie der Schlehe (Prunus spinosa) oder des Weißdorns (Crataegus) aufzuspießen. Die Ginstergebüsche der Dreiborner Hochflächen werden ebenfalls gerne von der Dorngrasmücke (Sylvia communis) und der Gartengrasmücke (Sylvia borin) sowie von der Goldammer (Emberiza citrinella) und Bluthänflingen (Acanthis cannbina) bewohnt. Sie ernähren sich vorwiegend von Insekten, Spinnen, Weichtieren sowie von Samen und Beeren. Deutlich seltener sind der Feldschwirl (Locustella naevia) und das als bestandsgefährdet eingestufte Schwarzkehlchen (Saxicola torquata).

Gleichfalls typisch für die im engen räumlichen Kontakt mit gehölzfreien Bereichen stehenden Gebüsche ist der Brombeerzipfelfalter (Callophrys rubi). Als einziger einheimischer Schmetterling mit grünen Flügelunterseiten kann er kaum mit anderen Arten verwechselt werden. Wie schon der Name andeutet, nutzt dieser Tagfalter mit Vorliebe die Blüten von Ginster, Brombeeren oder Himbeeren als Nahrungsquelle und um in deren Knospen seine Eier abzulegen. Weitere charakteristische Schmetterlinge der Ginstergebüsche sind der bestandsgefährdete Baumweißling (Aporia crataegi), der den Weißdorn (Crataegus) zur Eiablage nutzt, oder der Schwarzgesäumte Besenginsterspanner (Isturgia limbaria), der – nomen est omen – den Besenginster als Nahrungsquelle für seine Larven benötigt.

Für die großen Säugetiere bieten die Ginstergebüsche Sichtschutz auf den ansonsten freien Plateaulagen der Dreiborner Hochfläche. Manch einer der Nationalparkgäste wird bei Wanderungen über die Hochfläche deshalb dicht an einem Reh, einem Fuchs oder einer Wildkatze vorbei gehen, ohne etwas von ihnen zu bemerken.

 
 



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