Nationalpark Eifel

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Tiere der Talsperren

Mindestens seit 1987 brütet der Graureiher (Ardea cinerea) in einer größeren Kolonie am Südufer der Urfttalsperre. Seit Ende der 1990er Jahre bewegt sich die Zahl brütender Graureiherpaare im Bereich von 30 Brutpaaren. Vom Jahre 2002 an nutzte auch der Kormoran (Phalacrocorax carbo) diese Nester zur Brut, so dass auch von ihm inzwischen Jahr für Jahr ca. 30 Brutpaare festgestellt werden. Auffällig ist, dass für den Standort dieser Kolonie von den Vögeln derjenige Uferab­schnitt gewählt wurde, der am weitesten von Wegen entfernt liegt und der zudem im Gegensatz zu anderen Stauseen im Umfeld des Nationalparks kei­nen Störungen durch Boote und Angler ausgesetzt ist. Aus diesem Grund brüten auch Greifvögel in der Nähe der Kolonie.

Was aufmerksame Besucher gut vom anderen Ufer aus beobachten können sind Kormorane, deren bevorzugter Schlafplatz außerhalb der Brutzeit am Obersee ungefähr 500 Meter vom Paulushofdamm entfernt ist. Weitere typische Brutvögel der Urfttalsperre sind z.B. Stockenten (Anas platyrhynchos) und Haubentaucher (Podiceps cristatus). Bemerkenswert ist außerdem, dass in 2005 erstmals ein Paar Nilgänse (Alopochen aegyptiacus) an der Rurtalsperre erfolgreich brütete. Es ist davon auszugehen, dass diese ursprünglich nicht in Deutschland heimische Art, ebenso wie die erstmals in 2005 auf der Urfttalsperre nachgewiesene Kanadagans (Branta canadensis) auf Dauer Brutvögel an den Talsperren im und um den Nationalpark sein werden.

Das Nahrungsangebot der Urfttalsperre lockt im Umfeld brütende Tiere wie den Rotmilan, den in Nordrhein-Westfalen seltenen Schwarzmilan (Milvus migrans) oder wie Fledermäuse (z. B. Teichfledermaus – Myotis dasycneme) an. Fallen die Ufer der Urfttalsperre im Sommer und Herbst trocken, nehmen Rothirsche, Rehe und Mufflons auf der sich dort bildenden Pflanzendecke Nahrung auf, was aufmerksame Besucher von anderen Ufer aus ohne Störung der Tiere beobachten können.

Als länger verbleibende Wintergäste sind besonders die bereits als Brutvögel erwähnten Stockenten – die häufigste Winter-Vogelart und eine im Flachwasser gründelnde Entenart, Haubentaucher, Graureiher und Kormoran zu nennen sowie Bachstelze (Motacilla alba) und Gebirgsstelze (Motacilla cinerea).

Die für das Staubecken Heimbach wie für andere Stauseen typischen Enten wie Reiherente (Aythya fuligula) und Tafelente (Aythya ferina) sowie Blesshühner (Fulica atra) fehlen in der Urfttalsperre, da sich wegen des im Jahresverlauf stark schwankenden Wasserstandes kaum Unterwasserpflanzen und eine seentypische Ufervegetation ansiedeln können. Sie dienen diesen nach Nahrung tauchenden Enten als Winternahrung. Außerdem kann die Urfttalsperre im Gegensatz zum Staubecken Heimbach (siehe auch unter "Talsperren" auf der Seite des Wasserverbandes Eifel-Rur) im Winter oftmals vollständig zufrieren.

Während dieser Eis- wie auch zu Trockenheitsphasen überqueren viele Tiere die Urfttalsperre, um zwischen der Dreiborner Hochfläche und dem Kermeter hin und her zu wechseln. Zu Zeiten geschlossener Wasserbedeckung unternehmen dies nur größere Landtiere wie der Rothirsch.

Über die Urft gelangen selbstverständlich auch Fische in die Urfttalsperre. Hierzu zählen beispielsweise Bachforellen (Salmo trutta), urftaufwärts ausgesetzte Regenbogenforellen, aber auch z. B. Döbel (Leuciscus cephalus). Von den Amphibienarten befinden sich Massenlaichvorkommen der Erdkröte (Bufo bufo) und des Fadenmolches (Triturus helveticus) in der Urfttalsperre. Wegen Ausscheidungen an der Körperfläche sind Erdkrötenlarven für Fische ungenießbar und können sich auch bei hohen Fischdichten in der Talsperre erfolgreich vermehren.

Doch auch für Tiere trockener Lebensräume bietet die Urfttalsperre Platz. Auf den Steinen, mit den die Talsperrenufer befestigt wurden, kann man gelegentlich bei sonnigem, warmen Wetter Mauereidechsen (Podarcis muralis) und Steppen-Grashüpfer (Chorthippus vagans) beobachten, die sich in der Sonne aufheizen.

Eine wichtige Rolle für die Vogelwelt übernimmt die Urfttalsperre auch während der Vogelzugzeiten im Herbst und Frühjahr sowie im Winter. So zählt z. B. der Fischadler (Pandion haliaetus) zu den regelmäßigen Durchzüglern, der vor allem an der Urfttalsperre bei der Jagd beobachtet werden kann. Der wieder ständig im Rheinland brütenden Wanderfalke (Falco peregrinus) ist vor allem im Spätsommer regelmäßig im Gebiet zu beobachten.

 
 



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