Nationalpark Eifel

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Forschung und Entwicklung

Die Forschung ist eine wichtige Aufgabe des Nationalparks Eifel, solange sie dem Naturschutz nicht entgegensteht. Fachleute erforschen, welche Tiere und Pflanzen im Nationalpark vorkommen und wie sich der Wald, Bäche und andere Ökosysteme entwickeln. Sie wissen Bescheid, wenn die Verwaltung irgendwo eingreifen oder jegliche Störung verhindern muss. Nur durch die Erkenntnisse und das Wissen der Forscher sind viele Tiere und Pflanzen im Nationalpark sicher. Ziel der Forscher ist es, die Erfahrungen aus dem Nationalpark anderswo einfließen zu lassen, so dass auch außerhalb der Grenzen von Schutzgebieten Natur und Mensch langfristig miteinander leben können.

Viele der fertigen Studien und Forschungsarbeiten rund um den Nationalpark sind zwar nicht im Buchhandel erhältlich, dafür aber in der Literaturdatenbank des Fördervereins hinterlegt. Was dort noch nicht eingepflegt ist, finden Sie hier im Anhang. Geplante Arbeiten, für die die Forscher noch helfende Hände benötigen, sind unter „Praktika & Studienarbeiten“ beschrieben.

Erfahren Sie hier mehr über

Außerdem finden Sie hier gegebenenfalls Termine für anstehende Vorträge und Veranstaltungen mit wissenschaftlichem Hintergrund.

 

Kenntnisstand der Arten und Lebensräume

Einige Tier- und Pflanzengruppen innerhalb der Nationalparkgrenzen sind den Forschern des Nationalparks bereits umfassend bekannt, während andere noch auf ihre Entdeckung warten. Eine Übersichtstabelle zum Kenntnisstand der Arten finden Sie hier: "Anzahl im Nationalpark Eifel nachgewiesener Arten (Stand Dezember 2011) sowie der davon für BRD, NRW bzw. die Großlandschaft Eifel oder Rheinland als arealbedingt selten bzw. im Bestand gefährdete oder zurückgehende Arten in den Roten Liste BRD (1998, z. T. aktualisiert) und NRW (LANUV 2010) eingestuften Spezies inkl. der Vorwarnarten (Kategorien 0, 1, 2, 3, V, R, G). Quellen: verschiedene im Auftrag der Nationalparkverwaltung und der LÖBF/LANUV erstellte Gutachten unterschiedlicher Autoren sowie Erfassungen ehrenamtlicher Fachleute ergänzt durch aktuelle Daten; die Artenzahlen vieler Artengruppen stellen angesichts vorliegender Stichprobenuntersuchungen nur einen Zwischenstand dar.

Eine digitale Artenliste, die mehr als 6.200 Tiere und Pflanzen umfasst und teilweise mit Fotos und Tierstimmen hinterlegt ist, finden Sie hier.

 

Informationen zu Talentfichtungen im südlichen Nationalpark

Im Nationalpark-Bezirk Wahlerscheid sind im September 2013 großflächig Fichten entnommen worden. Bei der Fichte handelt es sich um eine in der Eifel nicht heimische Baumart, die insbesondere im Süden des Nationalparks dominiert. Dem Schutz- und Entwicklungsgedanken des Nationalparks Eifel entsprechend, ist das Ziel der Fichten-Entnahme die Entwicklung von Laubwäldern aus heimischen Laubbäumen. Begleitet wird die Waldentwicklungsmaßnahme am Wüstebach im Nationalpark-Bezirk Wahlerscheid durch das Forschungsprojekt TERENO.

Detaillierte Informationen zur flächigen Talentfichtung finden Sie in >> diesem Dokument. Auch der Bericht "Nationalpark Eifel: Wald in Entwicklung" von 2006 gibt Aufschluss über diese und weitere Waldentwicklungsmaßnahmen im Nationalpark.

 

Besucherzahlen der Nationalpark-Tore

Die Besucherzählung ist ein fester Bestandteil im sozioökonomischen Monitoring der Nationalparkverwaltung. Seit 2006 wird ausgewertet, wie viele Menschen wann die Informationshäuser besuchen.

Lesen Sie zu diesem Thema auch die Examensarbeit von Thorsten Ohm (Universität Köln, 2007).

 

Die virtuelle Dreiborner Hochfläche

Eine Simulation der Entwicklung am Super-Computer

Der Bayerische Rundfunk berichtete am 11. Oktober 2009 über ein Forschungsprojekt auf der Dreiborner Hochfläche: Ein Computer berechnet, unter welchen Umständen  sich die Graslandschaft wie weiterentwickelt."Grasland-Simulation: Nationalpark Eifel im Super-Computer" heißt der Beitrag von Udo Tschimmel, der in der von Wolfgang Kasenbacher moderierten Sendung "Windows 7 - das Computermagazin" lief.

Audiodatei zum Thema:

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Grasland-Simulation: Die Dreiborner Hochfläche im Super-Computer
 
 

Studien zu regionalökonomischen Tourismuseffekten

Die Besucher des Nationalparks Eifel bewirken in der Region einen Bruttoumsatz von über 8,6 Millionen Euro pro Jahr. Hierdurch entstehen Einkommen von 4,29 Millionen Euro. Dies entspricht 265 Arbeitsplätzen. Zu diesen Ergebnissen kommt Prof. Hubert Job von der Universität Würzburg nach Auswertung einer Untersuchung von 2007.
Die Befragung im Nationalpark Eifel ist Bestandteil des Forschungsprojektes "Wirtschaftsfaktor Großschutzgebiete: Regionalökonomische Effekte des Tourismus in Nationalen Naturlandschaften", das das Bundesumweltministerium initiiert und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) gefördert hat.

Außerdem hat Bundesamt für Naturschutz (BfN) eine Studie mit dem Titel "Regionalökonomische Effekte von Tourismus in deutschen Nationalparken" veröffentlicht. Zentrale Aussagen sind, dass Nationalparke starke Motoren für Wertschöpfung und Tourismusentwicklung sind und dass 51 Millionen Besucher bundesweit 2,1 Milliarden Euro umsetzen. 
In dem Buch sind die Forschungsergebnisse von Prof. Job mit allen Ergebnissen auf den Seiten 88 bis 98 enthalten. Die Autoren ziehen dabei Vergleiche zu den anderen Fallstudiengebieten (Kellerwald, Bayerischer Wald, Jasmund etc.). 
Die Studie ist im Landwirtschaftsverlag in der Reihe Naturschutz und Biologische Vielfalt (Heft 76) erschienen und kostet 18 Euro (ISBN 978-3-7843-3976-4). Zu beziehen ist sie über den BfN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsverlag

 

Besucherbefragung in den Nationalpark-Toren

Mit seiner Examensarbeit an der Universität Köln hat Thorsten Ohm 2007 belegt, dass rund 70 Prozent aller Besucher der Nationalpark-Tore die jeweiliege Themenausstellung nutzen. 300 befragte Gäste gaben außerdem Aufschluss über das Besucherprofil, die Zufriedenheit sowie den Erfolg in der Wissensvermittlung.

 

Besucherbefragung der Jahre 2005, 2006 und 2007

Mehr als 22 Prozent der Besucher im Nationalpark Eifel sind echte „Neukunden", so die Studie für das Jahr 2007 des Geographischen Instituts der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen. Das bedeutet, dass jeder fünfte Besucher das Gebiet erst nach Einrichtung des Schutzgebietes im Jahr 2004 kennen gelernt hat. Einige davon bezeichnen sich bereits jetzt als Stammgast.

2007 haben Studierende der Geographie mit Schwerpunkt Tourismus 1118 Besucherinnen und Besuchern des Schutzgebietes befragt. Bereits zum zweiten Mal hat dies die Eifel Tourismus (ET) GmbH und die Nationalparkverwaltung Eifel in Auftrag gegeben.

Bei der Erstbefragung im Jahr 2005 betrug der Anteil von „Neukunden" noch rund zwölf Prozent. Wie bereits 2005 lebten auch in 2007 zwei Drittel aller befragten Besucher außerhalb der Nationalparkregion. Jeder dritte Befragte gab an, speziell wegen des Nationalparks in die Region gekommen zu sein. Das sind gut zehn Prozent mehr Menschen als in 2005.

Beide Studien haben die Studierenden unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Claudia Erdmann an der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule, RWTH Aachen angefertigt. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den herunterladbaren Berichten.

Jürgen Sieberath geht in seiner Diplomarbeit aus dem Jahr 2006 dieser Frage nach: Welche Einstellung hat die lokale Bevölkerung gegenüber dem Nationalpark Eifel? Zu diesem Zweck hat Sieberath die Einwohner von sechs Ortschaften im Nationalpark und an dessen Rand zu ihrer Einstellung gegenüber dem Schutzgebiet befragt.

 

Fachtagungen "Nationalpark Eifel: Wald in Entwicklung" 2006/2014

Im Mai 2006 hat erstmals eine Fachtagung "Nationalpark Eifel: Wald in Entwicklung" stattgefunden. Dort sind konkrete Empfehlungen zur weiteren Waldentwicklung im Nationalpark erarbeitet worden. Der dazugehörige Bericht soll den mit dem Nationalpark Eifel befassten Akteuren als Entscheidungshilfe dienen und zum Verständnis für die Konzepte der Waldentwicklung beitragen. Herausgeber des Berichts sind das Forschungsinstitut für Ökosystemanalyse und -bewertung e.V. (gaiac), das Institut für Umweltforschung (Biologie V, RWTH Aachen) und die Nationalparkverwaltung Eifel. Der Bericht kann hier heruntergeladen werden. Die darin enthaltenen Karten sind in einem zweiten Dokument enthalten.

Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens und acht Jahre nach der ersten Fachtagung haben Nationalparkverwaltung und Förderverein Nationalpark Eifel e.V. erneut eine Fachtagung organisiert. Bei der öffentlichen Veranstaltung „Wald in Entwicklung 2.0“ vom Juni 2014 wurde die bisherige Waldentwicklung im Nationalpark mit Experten und der Bevölkerung diskutiert. Im Vorfeld hatten Interessierte die Möglichkeit, ihre Meinung zu zukünftigen Waldentwicklungsmaßnahmen in einem Online-Formular zu äußern. Die Auswertung der Onlinebefragung gibt es hier zum Download, den zugehörigen Bericht in Kürze.

 

Konzept zur Besucherlenkung im Distrikt Wahlerscheid

Anja Hesse hat ein Besucherlenkungskonzept für den Distrikt Wahlerscheid des Nationalparks Eifel entwickelt. Unten finden Sie ihre Diplomarbeit am Geographischen Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universtität Bonn von 2004.

 

Konzeption für große störungsarme Räume

Im Auftrag des Nationalparkforstamts Eifel haben die Biologische Station im Kreis Euskirchen und die Biologische Station im Kreis Düren eine Konzeption für große störungsarme Räume im Nationalpark Eifel erstellt. Es handelt sich dabei um Abgrenzungsvorschläge für Ruheräume auf Basis vorliegender Untersuchungen. Die im August 2005 erschienene Arbeit haben Dr. Lutz Dalbeck,  Jonas Lovens und Julia Zehlius unter Mitarbeit von Manfred Trinzen Henrike Körber erstellt.

 

Neophyten im Urfttal

Katrin Brewitt hat 2009 im Auftrag des Nationalparks ein Gutachten über die Neophyten im Urfttal erstellt. Die Arbeit mit dem Titel "Erfassung von Neophyten im Urfttal im Nationalpark Eifel und Vorschläge für ein Maßnahmenkonzept zum Umgang mit Neophyten im Nationalpark Eifel" ist eine Beurteilungsgrundlage für den Umgang mit gebietsfremden Pflanzen. Dem Gutachten liegt eine Erfassung der Neophyten im Bereich der Urft und eine Untersuchung zu den für die Besiedlung mit Neophyten ausschlaggebenden Standort- und Umweltfaktoren zugrunde. Es ist eine Entscheidungshilfe, ob Maßnahmen gegen einzelne Neophyten getroffen werden müssen oder nicht.

 
 



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