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Erleben Sie ganz und gar barrierefrei das "Herz" des Nationalparks Eifel

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„Wilder Weg“, das klingt nach unwägbarem Gelände, nach Stolperfallen, Hindernissen und beschwerlichem Fortkommen. Falsch. Zwar wächst im Laufe der Jahrzehnte im Nationalpark Eifel eine ganz natürliche Wildnis heran, der 1,5 Kilometer lange Naturerkundungspfad „Der Wilde Weg“ ist jedoch ganz und gar barrierefrei. Nicht nur, wer gut zu Fuß ist, sondern auch Menschen mit Behinderung – egal ob geh- oder sehbehindert, blind, gehörlos oder mit Lernschwierigkeiten – können hier die Natur von ihrer schönsten und vielleicht ungewöhnlichsten Seite erleben.

Ein Baustellen-Schild, ähnlich wie es jeder von der Autobahn kennt, weist den Besuchern den Weg. Bauherr ist: die Natur. Und mit der Fertigstellung der Wildnis rechnen die Bauausführenden wie Stürme, Bäume und Sträucher, Vögel, Käfer und Pilze in ungefähr 250 Jahren. Doch so lange muss niemand warten, um das urwüchsige Gelände für sich zu entdecken. Seit der „Baustellen“-Eröffnung im Jahr 2014 führt ein breiter, rollstuhlgerechter Holzsteg durch den Mischwald aus Buchen, Ahornen, Birken und Fichten. So ändert sich mit einem Mal die Perspektive beispielsweise auf die sogenannte Windwurffläche am Beginn des Weges. Der Sturm Kyrill hat hier im Jahr 2007 heftig gewütet, Bäume sind umgestürzt und wurden entwurzelt. Sie liegen noch immer so da. Denn anders als in bewirtschafteten Wäldern, aus denen das umgestürzte Holz weggeschafft wurde, wird im Nationalpark Eifel die Natur sich hier ganz und gar selbst überlassen, wird den natürlichen Bauarbeitern beim Werden und Vergehen nicht „ins Handwerk gepfuscht“.

Im Gegenteil: Auf dem „Wilden Weg“ lernen die Menschen von der Natur – und über sie. Denn „weißt du, was ein Wald ist? Ist ein Wald etwa nur ein zehntausend Klafter Holz? Oder ist er eine grüne Menschenfreude?“ Zitate wie dem des Lyrikers Bertolt Brecht begegnen die Besucher bei ihrem Spaziergang über den „Wilden Weg“ immer wieder. An insgesamt zehn meist interaktiven Stationen sind sie außerdem aufgefordert, sich ihre natürliche Umgebung zu ertasten, einem Hörspiel zu lauschen oder auf einer „Sinnesliege“ in Form eines Buchenblattes einen Moment auszuruhen und den Blick einfach mal in die Baumkronen zu richten.

Der erlebnisreiche Naturerkundungspfad im ökologischen Herzen des Nationalparks Eifel, ist mithin für einen kurzen Spaziergang ebenso geeignet wie für einen ausgedehnten Familienausflug.

Zertifizierte Barrierefreiheit

Zertifiziert durch das bundesweite Projekt „Reisen für Alle“, darf der Wilde Kermeter das Kennzeichen „Barrierefreiheit geprüft“ tragen. Das bedeutet: Das Naturerlebnis-Angebot ist für Menschen mit Geh- und Sehbehinderung, für blinde Menschen und Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, für Menschen mit Hörbehinderung und gehörlose Menschen als barrierefrei eingestuft. Der Prüfbericht steht Ihnen als Download zur Verfügung.

So gelangen Sie zum Wilden Weg

Der Barrierefreie Natur-Erlebnisraum Wilder Kermeter mit dem Wilden Weg ist über die Kermeter-Hochstraße (L 15) zwischen Schleiden-Gemünd/-Wolfgarten und Heimbach-Schwammenauel gut mit dem Auto oder Bus zu erreichen. Vom Parkplatz führt ein Bodenleitsystem zum Ausgangspunkt des Wegenetzes am Rastplatz Kermeter.

Mit dem Niederflurbus 231 und dem Doppeldeckerbus „Mäxchen" ist der Wilde Kermeter über die barrierefreie Haltestelle „Wilder Kermeter" von Heimbach Bahnhof beziehungsweise Gemünd Mitte zu erreichen.

Von der Haltestelle mit Blindenleitsystem führt ein barrierefreier Fußweg bis zum Rastplatz Kermeter. Die Buslinie 231 verkehrt montags bis freitags ganzjährig, von Ostern bis Mitte Oktober auch an Wochenenden und Feiertagen. Zusätzlich fährt der Bus „Mäxchen" an Wochenenden und Feiertagen von Mai bis Mitte Oktober. In den Sommermonaten ist die An- und Abreise mit dem Bus zur sonntäglichen Rangerführung um 13 Uhr möglich.


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